Armut in Deutschland

, von "Toni" Blanco Ochando

Fast jeder Sechste muss Armut fürchten

Fast jeder Sechste in Deutschland gilt als armutsgefährdet.
Beim Kampf gegen die Armut in Deutschland gibt es kaum Fortschritte. 15,6 Prozent der Bevölkerung galten nach Berechnungen des Statistischen Bundesamt 2009 als armutsgefährdet und damit etwa genauso viele wie im Jahr davor. Das größte Risiko besteht für Arbeitslose. 70,3 Prozent der Menschen ohne Job waren demnach von Armut bedroht. Weit häufiger als andere Bevölkerungsgruppen sind auch Alleinerziehende und deren Kinder mit einem Anteil von 43 Prozent armutsgefährdet.

Armutsrisiko bei weniger als 940 Euro im Monat

Die Daten basieren auf der Erhebung "Leben in Europa 2010". Die Statistiker befragten im vergangenen Jahr etwa 23.500 Personen zu ihren Einkommen des Vorjahres. Der Erhebung zufolge galt als armutsgefährdet, wer einschließlich staatlicher Leistungen wie Hartz IV oder Arbeitslosengeld I über ein Einkommen von weniger als 11.278 Euro im Jahr verfügte. Dies entspricht einem Monatseinkommen von 940 Euro. Der Regelsatz für Hartz-IV-Empfänger liegt derzeit bei 364 Euro. Aufgrund der unterschiedlichen Gewichtung der verschiedenen Mitglieder eines Haushalts wurde die Grenze der Armutsgefährdung bei einer Familie mit zwei Kindern bei einem Einkommen von 23.684 Euro pro Jahr errechnet.

Das Armutsrisiko war nach Angaben des Statistischen Bundesamt für Frauen etwas größer als für Männer und für Rentner etwas niedriger als Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Die geringste Armutsgefährdung ermittelten die Statistiker für Berufstätige mit eigenem Einkommen.

http://www.tagesschau.de/inland/armut162.html